Die Option Zweiter Bildungsweg

Heute versuchen Schulen, aber auch Kultusministerien Hauptschülern Möglichkeiten zu geben, einen weiteren Abschluss zu machen. Das kann der qualifizierte Hauptschulabschluss sein oder der Realabschluss. In manchen Ländern gibt es auch einen eigenen Mittelschulabschluss. Aber manchmal will man als Schüler erst einmal eine Ausbildung machen und merkt erst später, dass eine weitere Ausbildung oder Befähigung vielleicht doch ganz gut wäre. Hier kommt der Zweite Bildungsweg ins Spiel.

First_QAIS_Graduate_Kevin_ParkDieser wurde eigentlich eingerichtet, um im Erwachsenenalter Abschlüsse zu erwerben, die man in der Jugendzeit nicht vollendet oder gar nicht erst angefangen hat. Erfunden hat den ZBW der Mathematiker Alfred Clebsch, der einen alternativen Weg zum Abitur schaffen wollte.

In den Ländern sind die meisten Einrichtungen des zweiten Bildungsweges Abendschulen, Abendrealschulen oder Abendgymnasien. Als Kollegs werden Tagesschulen bezeichnet, die ebenfalls zum Abitur führen sollen. In vielen Ländern kann man auch eine Prüfung ablegen, um einen Schulabschluss zu erlangen.

Die Geschichte des ZBW ist alt, bereits 1922 gab es in Berlin das Studienheim St. Klemens/ Clementinum, das vom katholischen Priester Bernhard Zimmermann geleitet wurde. Ziel war eine Einrichtung zu schaffen, an der Erwachsene ihr Abitur nachholen konnten. Das Konzept war schnell erfolgreich. Ein Jahr später entstand auch eine ähnliche Einrichtung, die sich vor allem an Arbeiter richtete, die das Abitur machen wollten. In Berlin wurde auch 1923 die ältere Abendschule für Realschüler gegründet.

Heute ist der Besuch des zweiten Bildungsweges gebührenfrei und es ist eine Förderung durch das BAföG möglich. Abendgymnasien erlauben eine Förderung meist erst im vierten Jahr, Kollege schon im ersten Jahr. Hat man über das ZBW mit BAföG die Hochschulreife erlangt, kann man trotzdem noch Förderung für das Studium beantragen.

Wurde der ZBE eigentlich eingerichtet, um Erwachsenen Abschlüsse zu ermöglichen, so wird er heute von immer mehr jungen Menschen genutzt, die ihre Schule oder Ausbildung abgebrochen haben und dann doch noch einen Abschluss haben möchte, aber nicht mehr zur normalen Schule gehen können.

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